Aktuelle Themen

Hier finden Sie Informationen zu aktuellen Themen, denen wir uns widmen

Ein Dankeschön von unserer neu gewählten, jüngsten Gemeinderätin Lena Winter

AN ALLE WÄHLER: ein riesengroßes DANKESCHÖN für

- die Freie Liste Magstadt als stärkste gewählte Fraktion
- 20.401 Stimmen
- 32,75 %
- 6 Sitze im Gemeinderat

Aber auch ein Danke für die neue Zusammensetzung des Gemeinderats.
NEUE UND JUNGE GESICHTER im Gremium werden frischen Wind, weitere Ansichten und andere Meinungen mit in die Runde bringen.
So können die, nun doch schon lang diskutierten, Magstadter-Themen, knackig und stark angegangen werden.
AUF DIE ZUKUNFT - mit einem neuen und erfrischenden Magstadter Gemeinderat!

Lena Winter für die Freie Liste Magstadt

Informationen über die Johannes Kepler Gemeinschaftsschule

Informationen über die Johannes Kepler Gemeinschaftsschule

 

(Protokoll eines Gesprächs und E-Mails mit Frau Wilfinger am 12.04.2019 mit Annette Klenke)

 

1)      Fakten:

 

1.1)             Klassengrößen:

 

·         Klasse 5 – zweizügig mit 19 und 17 Schüler/innen

 

·         Klasse 6 – einzügig mit 21 Schülern.

 

·         Klasse 7- zweizügig mit 17 und 17 Schülern

 

·         Klasse 8 – zweizügig mit 16 und 17 Schülern

 

·         Klasse 9 – zweizügig mit 17 und 26 Schülern

 

·         Klasse 10 - einzügig mit 12 Schülern

 

Künftige 5. Klasse: laut Zeitung:17 Schüler (Es könnten noch 2 Kinder mehr werden wegen Umzug nach Magstadt: laut Frau Wilfinger-Rektorin der Schule)

 

Die aktuell 8 Klassenstufe war zu Beginn einzügig. Schon in der 6. Klasse konnte aufgrund des weiteren Zulaufs getrennt werden.

 

1.2)             Klassenteiler: pro Klasse max. 28 Kinder

 

(bei Gymnasien und Realschulen: Klassenteiler: 31 Kinder)

 

 

1.3)             Schulmensa: aktuell essen bis zu 150 Kinder der Grund- und Gemeinschaftsschule täglich in der provisorischen Mensa im Vorraum der Festhalle.

 

 

1.4)             Finanzen:

 

  • Zuschuss des Landes für jeden Gemeinschaftsschüler:1.312 Euro pro Jahr.
  • Für Magstadt sind das bei 180 Sekundarschüler rund 236.000 Euro.
  • Für Grundschuldkinder gibt es KEINEN Zuschuss vom Land

 

1.4.1. Was wird vom Zuschuss des Landes alles bezahlt? Unter anderem:

 

-       Lernmittel und Unterrichtsbedarf (siehe unten)

 

-       Gehalt/Lohn für Hausmeister, Schulsekretärin, Schulsozialarbeit, Ganztagesbetreuung

 

-       Reinigung der Schule

 

 

1.4.2) Schuletat 2019 (von Frau Wilfinger erhalten)

 

Grundschule                                                     Ansatz                                 

 

Lehr – und Unterrichtsmittel                                       6.600,00 €                       

 

Lernmittel / Unterrichtsbedarf                                  20.600,00 €                       

 

Sekundarstufe

 

Lehr- und Unterrichtsmittel                                       10.500,00 €                       

 

Lernmittel / Unterrichtsbedarf                                  16.000,00 €                       

 

 

Grundschule und Sekundarstufe

 

Besonderer Aufwand Unterrichtsgebiete                13.500,00 €                       

 

Schulveranstaltungen                                                    4.000,00 €                       

 

Geräte, Ausstattung, Einrichtung                               24.000,00 €

 

(Diese Summe verwalten die Schule nicht alleine. Hier sind Hausmeister, Schulsozialarbeit, Ganztagesbetreuung und Zusatzbetreuung auch dabei)

 

 

Zitat Frau Wilfinger:

 

Den Etat können wir ohne Rücksprache selbst verwalten. Natürlich müssen wir darauf achten, dass wir nicht überziehen und mit dem Geld haushalten. Wir haben im September immer ein Gespräch mit Herrn Schneberger über die Anschaffungen und nötigen Geldausgaben im nächsten Jahr. Die Gemeinde ist sehr großzügig und wir können uns als Schule wirklich nicht beklagen.

 

 

 

2)      Warum ist es für Magstadt wichtig, eine Sekundarstufe zu haben?

 

  • Image/Attraktivität von Magstadt würde sich deutlich verschlechtern, da eine weiterführende Schule am Ort ein Argument bei der Wohnortwahl ist.

 

  • In ein paar Jahren könnten die Orte Renningen wegen dem Baugebiet Schallenäcker und Maichingen (Realschule Hinterweil) wegen dem Baugebiet Allmendäcker II evtl. die Magstadter Realschulkinder „ablehnen“. Als Eltern hat man ein Recht auf eine Schulart, aber nicht auf eine bestimmte Schule an einem bestimmten Ort. Das heißt die Magstadter Kinder müssten evtl. nach Weil der Stadt oder anderen umliegende Schulen ausweichen. Mit der Gemeinschaftsschule können alle Realschulkinder ihren Abschluss in Magstadt machen und die Gymnasialkinder bleiben bis zur 10. Klasse im Ort..

 

 

3)      Weitere Fakten:

 

3.1) Wer zahlt was in der Schule?

 

a)       Der Lehrer/Rektorin wird vom Land Baden-Württemberg bezahlt.

 

b)      Der Schulsekretärin wird von der Gemeinde Magstadt bezahlt.

 

c)       Der Betreuer der Ferienbetreuung wird von der Gemeinde Magstadt bezahlt: gegenfinanziert durch Beiträge der Eltern:

 

(aktuell kostet pro Kind pro Tag ein Tag in der Ferienbetreuung: 10 Euro

 

Wer also wie viele Familien 2 Kinder für 2 Wochen in der Magstadter Betreuung hat, muss für diese 2 Wochen 200,00 Euro bezahlten. Das verdient nicht jede Mutter – die halbtags arbeitet in 2 Wochen- Diese Mutter hat aber wie die meisten Arbeitnehmer nur 30 Urlaubstage und die Schulferien sind insgesamt 13-14 Wochen im Jahr !!!)

Offener Brief an Bürgermeister Florian Glock und die Gemeinderäte von Magstadt Thema: Sanierung, Umbau und Erweiterung der Johannes-Kepler-Schule (JKS) Magstadt

Sehr geehrte Damen und Herrn,

 

aus aktuellem Anlass möchte ich einige Themen ansprechen, welche im Zusammenhang mit der aktuell geplanten Sanierung und Erweiterung der Johannes-Kepler-Schule Magstadt aufkommen und Teile der aktuellen Planungen grundsätzlich in Frage stellen.

 

Bzgl. des Themas Johannes-Kepler-Schule fand bereits im Januar ein Gespräch zwischen Herrn Glock und mir statt. Ziel dieses Gespräches war es unter anderem auf den Vergleich Neubau gegenüber Sanierung näher einzugehen und hierbei unter anderem die Themen Risikomanagement, Komplexität und variable Schülerzahlen zu erläutern. Grund für das Gespräch war primär, der aus meiner Perspektive unzureichende Vergleich eines Neubaus gegenüber einer Sanierung.
Da ich beruflich seit vielen Jahren Projekte leite, unter anderem im Bereich Fabrikplanung und Realisierung, ist mir aufgefallen, dass einige Sachverhalte im Projektmanagement und insbesondere im Bereich der Anforderungsanalyse, der Konzeptentwicklung und der Entscheidungsfindung nicht den aktuellen Standards entsprechen.
Diesen offenen Brief schreibe ich folglich als Bürger, mit Erfahrungen im Bereich Projektleitung und nicht als Kandidat für den Gemeinderat.

 

Die aktuelle Situation, meinem Kenntnisstand nach:

 

  • die Gemeinde Magstadt plant in 2 Abschnitten die Sanierung und Erweiterung der JKS Magstadt (Grundschule & Gemeinschaftsschule) für ca. 30 Mio. €.
  • die Anmeldungen für die Gemeinschaftsschule sind auf 17 Schüler für das kommende Schuljahr gesunken
    • Schulgesetz für Baden-Württemberg (SchG) in der Fassung vom 1. August 1983: §30b; Regionale Schulentwicklung an auf der Grundschule aufbauenden Schulen
      • (1)„Für Erteilung Zustimmung zu Betrieb – langfristig min 40 Schüler“
      • (2) Unterschreitung der Zahl von 17 Schülern in einem Jahrgang à Muss Durchführung „Regionale Schulentwicklung nach § 30 a Absatz 2 Nummer 1“ erfolgen – Im Prinzip eine Prüfung ob es Umkreis Alternativen gibt und die Schule geschlossen werden kann
    • Für eine angeschlossene Gymnasiale Oberstufe müssen 60 Schüler pro Jahrgang erreicht werden – eine Gymnasiale Oberstufe ist also nicht zu erwarten.
  • Eine konzeptionelle Berücksichtigung rückgehender Schülerzahlen, hinsichtlich Anpassung der Investitionssume, möglicher Umnutzungskonzepte nicht genutzter Räume und/oder der Verwendung der Gebäude der Gemeinschaftsschule im Falle einer Schließung durch das Land liegen nicht vor.
  • Der Vergleich Neubau gegenüber Sanierung und Erweiterung erfolgte rein über eine Hochrechnung der m² und ergab ein Delta von 10%, ca. 3 Mio. € hinsichtlich der Investitionen. Eine vergleichende konzeptionelle Planung eines Neubaus erfolgte nicht, um neben den reinen initialen Investitionskosten weitere Grundlagen für die Entscheidung Neubau gegen Sanierung vorliegen zu haben. Mit einer modularen Neubauplanung könnte beispielsweise deutlich flexibler auf Schülerzahlen reagiert werden. Dies bedeutet, dass die Investitionsentscheidung bisher rein Monokausal getroffen wurde und viele weitere Faktoren keine Berücksichtigung gefunden haben. Nicht betrachtet oder bewertet wurden beispielsweise:
    • Neben der Investition wurden keine weiteren Kosten in einer vergleichenden Kostenrechnung berücksichtigt – Betriebskosten, Zeitpunkt der Wiederinvestition, Kosten für die Gemeinde im Falle einer Nichtnutzung etc.. Die ist für einen ganzheitlichen Investitionsvergleich sehr kurz gegriffen.
    • Knapp. 2 Mio € der Gesamtinvestition Renovierung und Sanierung sollen in Zwischenlösungen investiert werden (Container), von denen kein nachhaltiger Nutzen für die zukünftige Schule ausgeht. In einem Neubauprojekt würden diese knapp 2 Mio. € in langfristig nutzbare Sachgüter investiert werden. Dies fand ebenfalls keine Berücksichtigung.
    • Eine vergleichende qualitative oder Risikobewertung des Projektes erfolgten nach meinem Kenntnisstand ebenfalls nicht. Bsp. hierfür:
      • Die Möglichkeit Gebäude so zu gestalten, dass diese bei einem Rückgang der Schülerzahlen umgenutzt werden können (Bsp. Verwaltungsgebäude für Gemeinde, einfacher Umbau in Wohnraum, etc.)
      • Die höhere Unsicherheit der Kostenschätzung einer Sanierung gegenüber einem Neubau
      • Die Störung des Schulbetriebs durch Sanierung sowie Schulunterricht in Containern
      • Die deutlich komplexere Projektsteuerung und damit mehr Risiken für die Gemeinde bei einer Sanierung
      • Die Möglichkeit neue Konzepte in einem Neubau zu realisieren, welche in einer Sanierung nicht in vergleichbarer Freiheit möglich sind (Stichwörter: Werkhalle für Technikunterricht, Integration der Bücherei, Schülerkaffee etc.). Dies könnte auch die Attraktivität des Schulstandortes aufwerten.

 

 

 

Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen stellt sich die Grundsatzfrage, ob das Projekt der Schulsanierung so fortgesetzt werden sollte.

 

Der langfristige Erhalt der Gemeinschaftsschule scheint bei diesem massiven Rückgang der Schülerzahlen nicht sicher zu sein bzw. ehr unwahrscheinlich. Weiterführende Schulen müssen grundsätzlich zwei Klassen haben, um langfristig bestehen zu können. Bitte berücksichtigen Sie hier ebenfalls, dass eine Schule, welcher die Schließung droht, zusätzlich vor der Herausforderung steht Lehrkräfte und Schüler zu motivieren an diese zu kommen - insbesondere auch da es Alternativen in den angrenzenden Ortschaften, mit guter Erreichbarkeit, gibt.
Es besteht nach dem aktuellen Stand der Planung keine Möglichkeit auf diese Risiken zu reagieren, da diese bei der Planung nicht berücksichtigt wurde. Dies kann bedeuten, dass die Gebäude der Gemeinschaftsschule nach der Fertigstellung und der Investition von vielen Millionen € leer stehen und keiner Nutzung zugeführt werden können. Dies kann sogar so weit gehen, dass die Gemeinde für den jährlichen Unterhalt der Gebäude sorgen muss, ohne dass darin Schüler unterrichtet werden. Spätestens an dieser Stelle wird es schwierig werden den Bürgern zu erklären, was eine solche hohe Investition für Magstadt gerechtfertigt hat, wenn die Schülerzahlen der Gemeinschaftsschule schon vor der Investitionsentscheidung stark zurückgegangen sind und diese in der Planung und der Investitionsentscheidung keine Berücksichtigung gefunden hat!

 

Auch für das sehr unwahrscheinliche Scenario einer langfristig einzügigen Gemeinschaftsschule (Es gilt hier nochmal zu beachten, dass weiterführende Schulen grundsätzlich zwei Züge benötigen, um zu bestehen) stellt sich die Fragen, was mit den ungenutzten Räumen geschehen soll und ob eine Investition in dieser Höhe für deutlich weniger Schüler sinnvoll ist, oder ob die Gemeinde mit der gleichen Investition in Bildung an anderer Stelle nicht deutlich mehr erreichen kann (Investitionen in Grundschule, Kitas und Kindergärten mit aktuell sehr hoher Nachfrage, andere Bildungseinrichtungen, etc.).
Es geht also darum sicher zu stellen, dass unsere Gemeinde mit den verfügbaren Finanzmitteln im Bereich Bildung möglichst viel erreicht und keins Wegs darum Investitionen nicht zu tätigen.

 

Persönlich begrüße ich Investitionen in Bildung sehr. Vornehmliche Aufgabe der Politik ist jedoch der verantwortungsvolle Umgang mit den Steuergeldern der Bürger. Hier gilt es sicher zu stellen, dass Investitionen richtig geplant werden und der Nutzen der Investitionen für die Bevölkerung möglichst groß ist! Ich denke genau dies ist nach aktuellem Stand des Projektes nicht mehr sichergestellt. Aus diesem Grund sollte die Planung an dieser Stelle des Projektes gestoppt werden, um diese zu evaluieren und neu aufzusetzen.
Die Prämissen des Projektes haben sich verändert und damit ist die Grundlage für die Investitionsentscheidung fraglich. Im Interesse der Bürger muss sichergestellt werden, dass diese neue Situation Berücksichtigung findet, um im Anschluss einen erfolgreichen Schulstandort für Magstadt zu schaffen, welcher sich an den Bedürfnissen und der Situation in Magstadts orientiert.

 

Erlauben Sie mir abschließend noch einen Vorschlag zur weiteren Bearbeitung des Projektes:
Versuchen Sie die Investition in die Grundschule inhaltlich von der in die Gemeinschaftsschule zu trennen, da nur die Gemeinschaftsschule durch abnehmende Schülerzahlen bedroht ist. Bewerten Sie Projekte ganzheitlich und nicht rein auf Basis von Investitionssummen. Überwachen Sie kontinuierlich die Prämissen, welche die Grundlage der Investitionsplanung waren und überwachen Sie Ihre Risiken proaktiv. Risiken können beispielsweise in der Planung Berücksichtigung finden in dem Sie Projekte hinsichtlich Ihrer Nutzbarkeit oder der Umsetzung flexibilisieren oder in dem Sie Investitionsprojekte in Phasen untergliedern, um auf sich verändernde Prämissen reagieren zu können. Ich hoffe dieser offene Brief stößt eine Diskussion im Gemeinderat an und führt dazu, dass die beste Lösung für Magstadt und seine Bürger gefunden wird.

 

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung und verbleibe mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Mark Hillmann